Treue Begleiter für Senioren 

 

Viele Ruheständler planen, sich einen Hund zuzulegen. Und es spricht einiges dafür. Ältere Menschen finden in ihrem Hund nicht nur einen treuen Begleiter, sie haben durch ihn auch mehr soziale Kontakte. Studien zeigen, dass ein Vierbeiner zudem der Gesundheit guttut. Die Gassirunde bei Wind und Wetter stärkt die Abwehrkräfte, die regelmäßige Bewegung trainiert Muskeln und Balance, die Versorgung des Tieres hält das Gehirn fit. Damit diese Effekte aber auch eintreten, muss der Vierbeiner zum Halter passen. Treue Begleiter für Senioren sollten daher sorgsam ausgewählt werden.

Treue Begleiter für Senioren



Die richtige Wahl braucht Ehrlichkeit

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Jeder künftige Hundehalter sollte vor der
Anschaffung der Hundes** die eigenen Lebensumstände und den Fitnesszustand genau analysieren – und dabei auch die Zukunft bedenken. Für ältere Menschen ist es besonders wichtig, hier ehrlich mit sich selbst zu sein. In der Regel wird man dann der Empfehlung folgen, dass ein ruhigerer Hund, der nicht viel Action braucht, die beste Wahl ist.



Platzbedarf und Kraftreserven

Wer naturnah und groß wohnt und Vorerfahrung besitzt, darf sich auch in sanfte Riesen wie Leonberger oder Bernhardiner verlieben. Bei nachlassender körperlicher Kraft – und im Hinblick auf eine Wohnraumverkleinerung – sollte man hingegen nach kleineren, nicht zu kräftigen Hunden Ausschau halten. Rassen oder Mischlinge mit ausgeprägtem Jagdtrieb, Energielevel oder Dickkopf, die schwer kontrollierbar sind, scheiden aus. Dazu zählen etwa Border Collies oder Jagdhunde.

Treue Begleiter für Senioren



Kosten im Blick

Weiters sollte bedacht werden, dass manche Rassen, wie Havaneser oder Malteser, aufgrund ihres Fells aufwändigere Pflege benötigen als man sich vielleicht leisten kann. Apropos leisten: Neben Kosten für den Hundefriseur müssen Ausgaben für Futter, Tierarzt, Haftpflichtversicherung und Co gestemmt werden können.



Die besten Rassen für Ruheständler

Als besonders geeignet erwiesen für Ältere – insbesondere, wenn sie bereits gesundheitlich eingeschränkt sind und wenig Hundeerfahrung besitzen –, haben sich kleine bis mittelgroße Begleit- und Gesellschaftshunde. Dazu zählen etwa Bichons, Löwchen, Pudel, Mops, Französische Bulldogen, Pekingesen, Cavalier King Charles Spaniel oder Papillons. Drei Rassen stellen wir exemplarisch vor:



+ Pudel

Pudel gelten als ruhig und besonders intelligent. Tatsächlich sind sie lernwillig, gut erziehbar und nicht aggressiv gegenüber Menschen oder Artgenossen. Sie tun fast alles, um ihren Haltern zu gefallen und spielen gerne. Die liebevollen, treuen Vierbeiner gibt es in vier Größen: vom Toy- über den Zwerg- bis hin zum Klein- und Großpudel. Eines eint die verschiedenen Typen: Ihr Fell will regelmäßig gekämmt sein. Dafür verlieren die Tiere keine Haare. Der höhere Pflegeaufwand wird als durch den geringeren Putzaufwand ausgeglichen.



+ Französische Bulldogge

Treue Begleiter, die gerne schmusen und keine Jagdambitionen verspüren, sind Französische Bulldogen. Sie brauchen nicht viel Auslauf und sind auch in der Stadt gut zu halten. Überhaupt halten sich Ansprüche und Dickkopf dieser Rasse in Grenzen, sie eignet sich daher auch für unerfahrene Halter. Einzig große Hitze und Kälte vertragen diese Vierbeiner nicht, was etwa bei der Urlaubszielwahl berücksichtig werden sollte. Auf Reisen möchte die menschenbezogene Französische Bulldogge nämlich gerne mit. Sie bleibt nicht gern allein oder in einer Hundepension.



+ Mops

Das rassetypische Röcheln beim Laufen und das Schnarchen im Schlaf sind gewöhnungsbedürftig. Wer sich daran nicht stört, hat einen sehr menschenbezogene Vierbeiner an seiner Seite, mit ausgeprägtem Spieltrieb und Schmusebedarf. Ein Mops fordert und erfordert Aufmerksamkeit. Und er braucht, obwohl durchaus für die Haltung in der kleinen Wohnung geeignet, regelmäßig Auslauf. Probleme wird es beim Gassigehen selten geben, denn der aufmerksame, kleine Kerl lässt sich gut erziehen.

Treue Begleiter für Senioren



Welpe oder erwachsener Hund?

Neben der Rasse sollten in die Überlegung noch weitere Faktoren einfließen. Welpen sind natürlich süß. Es ist jedoch nicht einfach, zu beurteilen, wie sich ein Hund innerhalb der rassetypischen Merkmale charakterlich entwickelt. Bedacht werden sollte weiters, dass die Kleinen alle zwei, drei Stunden Auslauf brauchen, bis sie stubenrein sind. Und es benötigt Ausdauer, um ihnen wichtige Grundkommandos beizubringen bzw. das Zerren an der Leine abzugewöhnen, das schnell aus dem Gleichgewicht bringen kann. Jeder Erziehungsfehler führt später zu unerwünschtem, im schlimmsten Fall gefährlichem Verhalten. Abgesehen davon hat ein Welpe je nach Rasse oft noch mehr Lebensjahre vor sich als sein Halter. Ein reiferer Hund hat all diese „Nachteile“ nicht.



Tierheim, private Vermittlung oder Züchter?

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Wer sich für einen erwachsenen Hund entscheidet, findet ihn oft im nächsten Tierheim. Eine gute Tat: Ältere Tiere sind oft schwerer vermittelbar als jüngere und dankbar für ein liebevolles Zuhause. Die Mitarbeiter kennen ihre Schützlinge zudem genau und beraten gerne. Weiterer Vorteil: „Testspaziergängen“ sind möglich.

Natürlich kann auch ein erwachsenes Tier aus privater Haltung übernommen werden. Man sollte jedoch hinterfragen, weshalb der Hund abgegeben wird. Vierbeiner und vorheriger Halter sollten ein gutes Gefühl vermitteln.
Manche Züchter vergeben ebenfalls erwachsene Tiere, meist solche, die sie zurückgenommen haben. Auch hier sollte man nachhaken, was die Gründe waren. Grundsätzlich sind Züchter aber daran interessiert, ihre Tiere dauerhaft zu vermitteln und klären deshalb gut über deren Charakter auf. 

 

Treue Begleiter für Senioren
Hunde sind treue Begleiter für Senioren